Apfendt 2022 / 2 – 50 Jahre DW Drums, du!

Sali!

Voll hohl: Ein Apfendtskalender für Drummer. Heute: dw Drums ist 50i!

Herr Trommelpapst D.Z. aus äääh… hat mir gesagt, es gäbe da ein dw 50th Anniversary Drumset für (im besten Fall) CHF 16’444.00. Und ob ich nicht up to date sei. Er hat mir emfall auch noch ein originalverpacktes Paiste 2002 Sound Edge Hi Hat von 1978 gezeigt. Total 44 jährig im Plastik im Karton. New old stock at its best!

Zugegeben:

Jawoll, bin nur halb up to date. Dass dw oder früher «Drum Workshop» 50 ist, habe ich gewusst. Was sie nun zum eigenen Geburtstag auf die Trommelgemeinde loslassen nicht. Es gibt folgende Geschenke, zum richtig teuer kaufen:

  • Ein höchstklassiges Set in langweiligen Massen, 100 Stück
    • 22″ x 18″ Bass Drum
    • 10″ x 08″ Tom Tom
    • 12″ x 09″ Tom Tom
    • 14″ x 12″ Stand Tom
    • 16″ x 14″ Stand Tom
    • 14″ x 6,5″ Snare Drum
  • Eine Snare in 14″ x 6.5″, 200 Stück
  • Noch eine Snare in 14″ x 6.5″, 100 Stück
  • Und etwas später: *tadaa* Ein Akustik E-Drum DWe!

Tja. Das machen die zu jedem runden Geburtstag. Diesmal aber irgendwie richtig langweilig. Standardmasse, zwei gleich grosse Snares, eine mit einer Holzlage weniger – wow! Jä aber wieso denn ein Hybrid Drum, also optisch ein Akustikset, aber alle Klänge aus dem Computer? Es ischt eben e so:

Zum Geburstag wurde dw von Roland gekauft, haha!

Hä?!

Jaaa, Roland. Die mit den legendären Drummachines aus den 80ern, den V-Drums, die den E-Drum Markt in den späten 90ern total übernommen haben und bis heute Marktleader sind. Und die mit allen anderen E-Instrumenten, bis zum elektrischen Akkordeon. Das ist auf den ersten Blick sehr speziell. Denn dw ist ja wohl einer der erfolgreichsten Akustik Drum Bauer überhaupt und das auf einem gaga hohen Niveau – die können richtig gut bauen. Natürlich konnten die vom High – End Segment schon lange nicht mehr leben. So hat dw ziemlich genau im 2000 die Pacific Drum Company «pdp» gemacht – coole günstige Drums Made in Mexico, jetzt in China. Dann haben Sie von Fender ganz viele Marken gekauft, namentlich: Gretsch Drums (jaa!), Latin Percussion, Gibraltar Hardware, Toca Percussion.. Etwas später auch noch Slingerland (potztusig) und paar weitere.

Alles akustisches Zeug – wieso kommt jetzt Roland und kauft alles auf’s mal?

Da gibt es einige Ideen. Zweitens hat Roland gar keinen Einfluss auf den Akustik – Schlagzeugmarkt. Schätzt den aber auf etwa 860 Mio. $ Umsatz pro Jahr weltweit. Erstens scheint es, als habe DW schon lange (vermutlich zusammen mit ihren Freunden vom Europa Vertrieb) an E-Drum / Hybrid Drum Technologien gearbeitet. Und wie jeder grosse Konzern eigentlich nur von Angst getrieben ist, hat sich so Roland gefürchtet, ein halbes – bis ein % vom E-Drum Kuchen zu verlieren, vielleicht. Dazu hat Roland gemerkt, dass Drummer hohle Nüsse sind, und seit den 90ern nicht zugeben können, dass sie ein E-Drum spielen. Also muss es aussehen, wie ein «richtiges». So stellte man schon lange umgebaute Riesensets auf die Bühne, der Klang kam synthetisch aus einem Drum Modul. Roland hat jetzt schon genug E-Drums im Akustikgewand parat, aber die scheinen den Drummern zu schlecht auszusehen. Also kauft man dw – einen der Oberhasen im Akustikbau und – zapp – schon ist auf 2023 das erste Hybrid Drum angekündigt.

https://www.dwdrums.com/dwe

Bezeichnendes

Lustig übrigens, dass die dw Homepage nun schon ganz flott daher kommt. Noch bezeichnender, dass nun viele Details fehlen, z.B. wird nun in der Firmengeschichte total unterschlagen, welche Marken sonst noch dazu gehören, resp. gekauft wurden.
Guck mal:

Weiter sehr interessant, dass ausgerechnet dw mit all Ihren Marken so eine Übernahme überhaupt zulässt. Denn Sie sind ja in einer sehr guten Marktposition im ganzen Percussion Kuchen. Super Drums in allen Klassen – mit Latin Percussion den Monopolisten der Perkussion unter dem Dach, mit Gibraltar die Oberhardwaremarke – also kann es nur heissen: Kurz vor Pleite gegangen. Gute Trommelbauer sind selten gute Betriebswirtschafter.

Prosit!

Apfendt 2022 / 1 – Auktionen

Sali!

Voll hohl: Ein Apfendtskalender für Drummer. Heute: Abermals, die Online Auktionen.

Herr Trommelpapst D.Z. aus äääh… hat mich gezwungen, noch was zu Auktionen zu sagen. Hab ich schon! Nämmli hier und hier. Es hat sich nix geändert. Wir sehen immernoch:

  • «Profi»
  • «Rare»
  • «Vintage»
  • «…da mein Sohn…»

Dännhalt und in Gott’s Namen (God is a Rimmel – or whatever Set)

  • Profisets gibt es nicht. Es tönt so schlecht, wie du draufhaust – jedes Set in jedem Zustand.
  • Rare ist es meistens, weil jemand nicht weiss, wie viele davon produziert worden sind.
  • Vintage heisst eigentlich «Weinlese». Und nein: ein Set von 1999 ist ein Massenprodukt und kein Rotwein.
  • Da mein Sohn.. ist die bizarrste Abteilung: Hört ein Kind auf, in die Schlagzeugstunde zu gehen, wird als erstes das Set verkauft. Denn: Nur mit Stunden nehmen, kann man was lernen. Liebe Eltern: Behalten Sie das Set, denn wahnsinnig grosse Drummer sind es durch Freude geworden, nicht durch Stunden nehmen bei einem Lehrer. Gruss: Ein Musiklehrer.

Prosit!

Revidiert: Eine unterschätzte TAMA Royalstar 14″ x 6.5″ Snare

Wasisches?

Eine tip toppe TAMA Royalstar Snare von 1983. Herausragend der nahtlos gezogene Stahlring. Egal, welche Serie, in dieser Zeit hatten alle TAMA Stahlkübel die selben sehr guten Kessel. Die Royalstar Serie erscheint um 1975 im TAMA – Programm und fügt dem Durcheinander von Beschlägen im Sortiment gleich nochmal andere Lug – Designs hinzu. Ganz hübsche, übrigens. Royalstar kriegt sogar einen eigenen Katalog und teilt ihn später mit Swingstar. Nicht, dass die zwei die damaligen Top Linien Superstar und Imperialstar stören, hihi. TAMA war clever: Ein Katalog für die Top Serien, ein anderer für die günstigen. So konnte man im Verkauf (widerwillig) den anderen Katalog nehmen, wenn jemand bei den Top Serien nicht anbiss… Alles dran, was es für eine Stahlsnare braucht, lueg:

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Revidiert: Eine (heilige) Premier 2000 Snare 14″ x 5.5″

Wie sagt man enart…

Premier. Prömié? Primiir? Damit haben wir vielleicht schon einen Hinweis darauf, warum Premier seit 1922 wohl eine der gebeuteltsten Marken im Drum Business ist. Denn das mit dem Business haben die irgendwie nie gerafft. Sie haben erste Vibraphone in Europa gebaut, hatten coole Namen, wie «Royal Ace» Snares, lieferten den Schotten immer härter spannbare Trommeln, waren also die letzten 100 Jahre fachtechnisch immer dabei oder voraus. Sie haben in den 1930ern plötzlich Blech- und Holzblasinstrumente gemacht. Absurd. Kommerziell haben Sie es heute zu genau gar nichts gebracht. Mit absoluten Top Instrumenten über Jahrzehnte notabene. Einer Fabrik, die hypermoderne Architektur hatte (und heute zerfallen ist). Kultig: Die gehörten mal Yamaha und durften dann Sets in England mit Yamaha anschreiben.Wenn ihr also je mal über ein Set stolpert, auf dem «Yamaha Power Special» oder «Yamaha Power V» steht, habt ihr eigentlich ein Prömié vor dem Gesicht. Geil, nicht?!

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Es wird nicht besser – Die dümmsten Auktionen Oktober 2021

Sali!

Was hat sich in der bizarren Schlagzeug – Auktionswelt in einem Jahr geändert? Nütelinüt! Auch ein Jahr nach dem Grosserfolg dieser Serie – Artikel: zwei ( hier und hier ), Leser: höchstens vier – gibt es immernoch total verpeilte Menschen, dumme Texte, falsche Bilder, bizarre Preisvorstellungen, kurz: Null Schnall. Einige können ja nix dafür, die sollen mich vorher fragen. Nur, wenn ich etwas verkaufen will, kotze ich dann den potentiellen Kunden in die Hose? Also, gebt Euch ein wenig Mühe, schreibt gute Sätze, macht ein schönes Föteli. Dann bietet auch jemand.

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