Die guten Zehn

Gerne zwischendurch was Fröhliches! 10 korrekte Dinge rund um Drums, Becken, Snares, Sticks. Alles, was mir gefällt. In Listenform, weils cool ist. Das ist keine Rangliste.

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Nr. 10 – Turkish Cymbals

In all dem Kannibalentum im türkischen Beckenmarkt picke ich gerne Turkish Cymbals heraus. Im totalen Gewirr von Beckenschmieden, die aus dem Boden schiessen und die indirekt doch alle aus dem selben Haus stammen (Istanbul), stehen Turkish Cymbals nun schon gut 20 Jahre stramm. Der (Becken-)Hammer ist: die haben wirklich für alles etwas und meistens besser als die Vorbilder. Trocken, wie alte Turk Serien von Istanbul, Paisteartige brilliante Teller, K-Sounds, die Zildjian nicht mehr hinkriegt und experimentelles. Dabei sehr preiswert – eigentlich viel zu billig. Prost Turkish.

Nr. 9 – Vater Sugar Maple Sticks

Vater ist mein Papa wenns um Sticks geht. Was die haben, ist die Sugar Maple Linie – mit den meisten Stocktypen, aaaber aus viel leichterem Holz. Die haben viel Zug, sind dauerhaft und man kann schön dicke Schläger nehmen, ohne sich den Unterarm abzureissen. Ich mag die, weil ich einen SD9 etwa 40 Konzerte lang benutzt habe, damit mein ich: ein Paar. Sie sind einfach sehr sorgfältig gemacht. Grosser Sport Vater.

Nr. 8 – Dixon Snare Drums

In der Schweiz kennt man Dixon in erster Linie als Billigzeug für Guggemusig. Lustig dabei: Guggemusig hat sich im Anspruch etwa gleich entwickelt, wie Dixon. Heut sind das coole Brassorchester. Und Dixon baut mit der Artisan Linie erstklassige Snare Drums. Schon die hundsnormale 14×6,5″ Stahlsnare ist eine der besten, die ich je gehört habe. Ein Tor, wer da mehr als die CHF 245.00 UVP der Dixon für einen Metallkübel auslegt. Selbst habe ich das gehämmerte Bronzemonster. Dazu gibt es eine schöne Playlist auf Youtubel mit Herr Mel Gaynor (Simple Minds). Schön im Raum aufgenommen, und deshalb echter, als nah mikrofoniert und bearbeitet. Vergesst alle anderen Marken – Dixon hat es drauf.

Nr. 7 – ERHO Sticks

Für klassische Schlagzeugstöcke ist der Ernst Hosner Senior einfach der Hammer. Der macht alles auf Bestellung und zeigt es in schrillen Farben. Von Glockenspiel über Timpani bis Snare, alles ist grossartig. Die Geheimwaffe ist der Doppler D/7, für Grosse Trommel, eine Seite in Holz/Leder, die andere Holz/Wollfilz. In der Schweiz meines Wissens fast nur im Musikshop Linth erhältlich. Der Haken: Ich selbst werde da sein, um euch zu beraten 😉

Nr. 6 – Sonor Ascent Drumset

Ganz einfach: Sonor ist der Buchenkönig. Wenn die wirklich cool wären, würden sie nur Buchensets bauen. Yamaha und TAMA sind die Birkenchefs und Sonor sollte ihre Buche auch mehr herausstreichen. Das Set ist deshalb cool, weil sich beim Ascent-Vorbild Sonor Phonic (ca. 1977 – 1990) nur Liebe oder Hass entwickelt hat. Das find ich grossartig, was polarisiert, ist von Wert. Das Ascent Set hat überdicke Kessel, dafür eine dünnere  Bassdrum, sensationelle Oberflächen und klingt trocken, kurz und trägt weit. Unverwechselbar und deshalb eines der besten Sets der Welt. Antesten, hopp.

Nr. 5 – TAMA Hardware

Beim Sonor Set oben sieht man, dass TAMA einfach die beste Hardware ab Stange hat. Der 400er Satz des Sonor Ascent geht total in Ordnung, aber bei TAMA ist einfach alles ein bisschen durchdachter. Eine Memory Klammer da, ein drehbarer Snarekorb dort. Seit ewig gut und Sie haben das nie aus Preisgründen weggegeben. Im Gegenteil – die Cobrapedale haben Sie alle eine Preisstufe herabgesetzt bei gleicher Qualität. Da können die anderen Grossen immer noch nicht mithalten. Noch edler wird es nur mit Axis oder Trick Drums. Danke TAMA.

Nr. 4 – EVANS G12 Felle

Für herausragende Felle gibt es dann einen eigenen Artikel. Hier mal das EVANS G12, einlagig aber 12mil dick. Mil ist eine der dümmsten Masseinheiten der Welt und heisst Milli-Zoll. 1 mil macht also easy rechenbare 0.0254mm. Geht mal auf metrisch ihr doofen Amis (Ihr habt ja schliesslich vor genau 140 Jahren die Meterkonvention unterschrieben…). Anyway – diese Felle sind dick genug, dass sie einen sauberen Eigenklang erzeugen und geben einfach ein bisschen mehr Fleisch an den Knochen, als die 10mil dicken Remo Ambassadors / EVANS G1. Trotzdem nicht patschig, wie 2 lagige Felle.

Nr. 3 – Cympads

Wie überall, wo es Produkte gibt, hat es Scharlatane und Voodoofritzen, die einem lustiges Zubehör verkaufen wollen, mit irgendeinem diffusen Verbesserungsargument. Von Fellen, Schraubenstopsystemen, über Grip Tape für Sticks, zu Handschuhen und pseudo High-Tech. Find ich alles doof. Nur: Die Cympads sind unglaublich gut. Schaumgummi statt Filz und aus der Schweiz. Wir ersetzen auf allen Beckenständern mindestens den unteren Filz und plötzlich tönt es, wie wenn man das Becken auf dem Finger balanciert. Was sonst wohl in den Ständer schwingt und geschluckt wird, bleibt so in der Luft. Die Hersteller haben die Unterschiede gemessen – man hörts auf Ihren Sound Beispielen. Es gibt auch Cympad Moderators, das sind aber Dämpfer, die gross sind und unter der Beckenglocke die Obertöne abschwächen. Das brauch ich nicht, das ist nur für faule Toningenieure…

Nr. 2 – Adams Voyager Frame

Jetzt geht’s um Rahmen für Stabspiele, Xylophon, Marimba, Glockenspiel und so. Die Instrumente haben sehr oft gute Klangplatten und  scheisse Rahmen drunter, zu kleine Räder, Schrauben, die sich beim Transport lösen, zu feine Streben… Aber es gibt den Adams Voyager Rahmen, mit rieeesen Rädern, einem supercoolen Kurbelsystem für die Höhenverstellung und durchdachtem Aufbau zum klein machen und in den Fiat Panda verladen. Die Holländer machen vor, wie das geht.

Nr. 1 – TAMA Silverstar Drumsets

Ich könnte ein Buch mit Lobeshymnen auf diese Produktlinie schreiben. Kurz: Kein Drummer braucht mehr, als ein Silverstar. Dünne Birkenkessel, die einen riesen Stimmumfang haben, clevere Details, wie Tomhaltemuttern, die man auf verschiedene Winkel positionieren kann, Leichtbau bei den Beschlägen und sogar richtig gute Werksfelle auf den Toms. Und günstig. Kaufen, auspacken, stimmen, spielen. Absolut unschlagbar und unglaublich günstig. Highlight: Der 20″ x 16″ Kick. Hier fehlt gar nichts, wer was teureres kauft, soll erst mal seine Hände und Füsse trainieren, denn das Silverstar ist besser als du. Ich selbst spiele das kofferraumtaugliche Metro Jam Kit der Serie.

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